Bienenweide

Was ist Bienenweide, was sind Bienenweidepflanzen?

Bezeichnungen gibt es viele - Trachtpflanzen, Insektenpflanzen,  Bienenweidepflanzen u.v.a.m. Als Bienenweide werden Pflanzen bezeichnet, welche überdurchschnittlich stark von Bienen beflogen werden. Jedoch gehören auch andere Insekten zu den Besuchern von Bienenweidepflanzen, wie z. B. eine Vielzahl von Wildbienenarten und Schmetterlingen. Die Vielfalt und die Anzahl von wichtigen nektar- und pollenspendenden Pflanzen geht auf dem Land leider kontinuierlich zurück. Monokulturen, wie Mais und Getreide gewinnen immer mehr die Oberhand, da sie in Biogasanlagen lukrativ zu Energie umgewandelt werden können. Randstreifen werden umgeackert, Straßenränder werden regelmäßig abgemäht und Blühstreifen sind trotz EU-Förderung eher Ausnahmen. Es ist kein Geheimnis, dass sich die Stadtimkerei mittlerweile mehr lohnt, als ein Bienenstand auf dem Lande. Die Artenvielfalt durch Parkanlagen, Straßenbäume, Grünflächen und Kleingärten übertrifft das Trachtangebot auf dem Land bei weitem.

Ziel dieser Seite ist, die Menschen zu motivieren, mehr bienenfreundliche Bepflanzungen durchzuführen oder einfach mal den Rasenmäher stehen zu lassen, wenn beispielsweise Löwenzahn oder Weißklee noch in voller Blüte stehen. Es spielt daher keine Rolle, ob es sich um Kleingärtner oder um Ämter in großen Städten und Kommunen handelt. Wir möchten jeden erreichen. Im Folgenden stellen wir Ihnen nun einige ausgewählte Pflanzen vor, welche einen besonderen Stellenwert hinsichtlich ihres Nektar- und Pollenangebots für die Bienen einnehmen. Es handelt sich hierbei um Pflanzen, welche besonders in unserer Region eine größere Rolle spielen. Die folgende Aufzählung ist selbstverständlich nicht vollständig und bedarf daher einer ständigen Ergänzung. Die Aufzählung soll Ihnen im Zweifelsfall bei Neupflanzungen als Hilfestellung dienen bzw. Ihnen zeigen, wo die Bienen überall ihre Bestäubungsleistung erbringen.

Nektarwert und Pollenwert von Trachtpflanzen - Trachtwert

Trachtpflanzen bieten vielen Insekten Nahrung. Dies erfolgt durch die Bereitstellung von Nektar und/oder Pollen. Im Gegenzug erfolgt in den meisten Fällen durch die Blütenbesuche der Insekten die Bestäubung. Da diese Pflanzen unterschiedliche Mengen an Nektar und Pollen anbieten, haben diese Pflanzen auch unterschiedlichen Wert für die Insekten. Für uns Imker spielt der Wert für die Honigbiene eine übergeordnete Rolle. Daher wird der Wert einer jeden besuchten Pflanzenart in Nektarwert und Pollenwert angegeben.

Die Blütenbesuche durch die Honigbiene sind nicht nur abhängig von Nektar- und Pollenwert allein. Eine große Rolle für die Beliebtheit der jeweiligen Blüte spielen die vorherrschende Jahreszeit und das Blühangebot von konkurrierenden (höherwertigen) Trachten. So haben beispielsweise Narzissen einen ähnlichen Nektar- und Pollenwert wie Schneeglöckchen. Allerdings blühen in unserer Region die Narzissen zeitgleich mit der Weide, welche den höchsten Wert besitzt. Somit sind Blütenbesuche von Narzissen für die Bienen nicht mehr lukrativ und werden von ihnen verschmäht. In den blühenden Weiden herrscht hingegen Hochbetrieb.

Sofern bekannt, ist im Folgenden der Nektarwert mit "N" und der Pollenwert mit "P" dargestellt. Die Skala reicht jeweils von 0 bis 4, wobei die Zahl 4 für den höchsten Wert steht (0 = kein, 1 = gering, 2 = mittel, 3 = gut, 4 = sehr gut). Die angegebenen Zahlen können nur als Richtwerte verstanden werden und sollen bei Neupflanzungen und Gartenarbeiten lediglich eine Entscheidungshilfe darstellen. Besonders der Nektarwert kann variieren, da er maßgeblich von Niederschlag und Bodenfeuchtigkeit beeinflusst wird. Die Angaben erfolgen nach Pritsch und Maurizio/Grafl, bei unterschiedlichen bzw. widersprüchlichen Angaben habe ich meine eigenen Beobachtungen einfließen lassen. Die evtl. Bereitstellung von Honigtau wird mit "H" angegeben.

Keine Bienenweide - für Bienen unattraktive Pflanzen

Natürlich gibt es auch viele Pflanzen, welche für Bienen keinen oder nur sehr geringen Wert darstellen. Allen voran der Forsythia. Blüht gelb, sieht schön aus - aber für die Bienen völlig wertlos. Wer es zur selben Zeit im Garten gelb blühend haben möchte, kann gern auf die Kornelkirsche zurückgreifen und bietet den Bienen damit eine wertvolle frühe Tracht.

Stiefmütterchen und Primeln werden besonders gern in Städten großflächig angepflanzt oder finden ihren Weg in Blumenkästen. Diese Blumen tragen lediglich zur Verschönerung bei, aber Bienen werden sich darauf kaum verirren, da der Trachtwert nahe Null liegt. Gleiches gilt für Tulpen und Narzissen. Zwar bieten sie geringfügig Pollen und Nektar an, jedoch blühen zu dieser Zeit bereits Salweide und Silberweide oder mancherorts auch erste Obstbäume, welche den höchsten Wert für Bienen darstellen. Damit werden Tulpen und Narzissen unattraktiv und fast nicht besucht.

Des Imkers größter (botanischer) Feind ist der Lebensbaum oder auch Thuja genannt. Egal ob als Baum oder Hecke. Ganz abgesehen davon, dass diese Zypressengewächse als Winterwirt den sog. Birnenrost beherbergen, sind sie absolut bienenunfreundlich. Dabei gibt es reichlich andere Möglichkeiten, wie z. B. Liguster, Kornelkirsche, Schneebeere, Weigelia, Deutzie, Kartoffelrose, Rote Heckenkirsche oder verschiedene Weidenarten. Doch leider erfreuen sich die Lebensbaumhecken immer größerer Beliebtheit.

Worüber wir Imker uns auch immer wieder ärgern, sind Waldbäume in Ortschaften. Vom seltenen Honigtauangebot einmal abgesehen, haben Eichen, Birken, Buchen, Kiefern, Fichten und Lärchen überhaupt keinen Trachtwert für Bienen. Dies gilt auch für Platanen und Gingkobäume, wovon oft ganze Alleen bepflanzt werden. Erlen und Espen bieten etwas Pollen (kein Nektar), konkurrieren aber bereits mit Nektarspendern, so dass sie auch nur selten beflogen werden. Alternativen an schattenspendenden und teils großen Bäumen sind z.B. der Bienenbaum (Euodia), Japanischer Schnurbaum, Edelkastanie (Esskastanie), Rosskastanie, Bergahorn, Linden, Salweide, Silberweide oder Lederhülsenbaum. Da ist für jeden Standort etwas dabei. Auch die Robinien und Götterbäume haben einen hohen Nektarwert, allerdings sind dies invasive Pflanzen und nicht gern gesehen.

Wenn dieser Artikel die eine oder andere Pflanzung beeinflussen konnte, ist das Ziel, unseren Bienen und anderen Insekten etwas Gutes zu tun, bereits erreicht.

Frühblüher

Die ersten Pollenspender im zeitigen Frühjahr, teils noch in den letzten Wintertagen, sind für die Bienen besonders wichtig. Dort können Sie den ersten Pollen sammeln, welcher für die junge Brut und somit für die Völkerentwicklung unverzichtbar ist. Nektar spielt bei Schneeglöckchen und Co. nur eine untergeordnete Rolle.

Biene auf Schneeglöckchen N2/P2
Biene auf Winterling N2/P3
Biene auf Hasel N0/P2
Biene auf Krokus N2/P3
Biene auf Kornelkirsche N3/P2
Biene auf Blaustern Scilla N2/P3
Biene auf Lungenkraut N3/P2
 
 

Trachtpflanzen im Frühjahr

Eine exakte Abgrenzung zwischen den Frühblühern und den ersten wichtigen Trachtpflanzen ist natürlich nicht möglich, da sich die Blühzeiten überschneiden können und ohnehin von Jahr zu Jahr verschieden sind. Dennoch möchte ich sie hier getrennt darstellen, da bei diesen Blüten bereits der Nektar eine große Rolle spielt und maßgeblich für die Honigernte ist. So haben beispielsweise Salweide, Kirsche, Apfel und Robinie den höchsten Nektarwert. Es gibt auch Pflanzen, welche fast das gesamte Jahr über blühen und von den Bienen beflogen werden. Darunter zählen u.a. die Schneebeere, im Volksmund auch besser bekannt als Knallerbsenstrauch, der Rotklee oder auch Borretsch.

Biene auf Salweide N4/P4
Biene auf Silberweide N3/P2
Biene auf Spitzahorn N3/P2 H
Biene auf Mirabelle N2/P3
Biene auf Japanischer Zierkirsche N3/P2
Biene auf Kurilenkirsche N3/P2
Biene auf Zierquitte N2/P3
Biene auf Schlehe N2/P3
Biene auf Scharbockskraut N2/P3
Biene auf Sumpfdotterblume N3/P2
Biene auf Felsenbirne N3/P2
Biene auf Pfirsichblüte N2/P3
Biene auf Kirschblüte N4/P4
Biene auf Birnenblüte N3/P3
Biene auf Pflaumenblüte N3/P3
Biene auf Miracosenblüte N3/P3
Biene auf Apfelblüte N4/P4
Biene auf Haferschlehe N3/P3
Biene auf Stachelbeerblüte N3/P1
Biene auf Johannisbeerblüte N2/P2
Biene auf Mahonie N2/P3
Biene auf Aronia - Blüte N2/P2
Biene auf Kamtschatkabeere Maibeere N3/P2
Biene auf Löwenzahn N3/P4
Biene auf Raps N4/P4
Biene auf Blutjohannisbeere N2/P2
Biene auf Walzen-Wolfsmilch N2/P2
Biene auf Quitte N2/P2
Biene auf Mispel-Blüte N2/P2
 
Biene auf Eingriffligem Weißdorn N3/P2
Biene auf Zweigriffligem Weißdorn N3/P2
Biene auf Bergahorn N4/P2 H
Biene auf Rosskastanie N3/P3
Biene auf Kolkwitzie N2/P3
Biene auf Vergissmeinnicht N1/P2
Biene auf Akelei - Pollen sammeln N3/P2
Biene auf Akelei - Nektaraufnahme N3/P2
Biene auf Wiesenschaumkraut N3/P2
Biene auf Johanniswedel N1/P3
Biene auf Zwergmispel Cotoneaster N4/P3
Biene auf Thymian N3/P2
Biene auf Himbeerblüte N4/P2
Biene auf Brombeere N3/P3
Biene auf Jasmin N2/P2
Biene auf Robinie N4/P1
Biene auf Kartoffelrose N2/P2
Biene auf Hagebutte N2/P2
Biene auf Kiwi-Blüte
Biene auf Eberesche Vogelbeere N2/P2
Biene auf Echter Mehlbeere N2/P2 H
Biene auf Türkischem Mohn N0/P3
 
 

Trachtpflanzen im Sommer

Die größte Vielfalt findet die Biene im Sommer. Neben den in unserer Region wichtigsten Trachten wie Linde, Klee und Kornblume spielt evtl. auch der Honigtau eine Rolle. Die Völker erreichen im Sommer ihre max. Volksstärke und tragen auch die größten Mengen an Honig ein. Für uns ist die letzte wichtige Tracht die Sonnenblume. In die Heide wandern wir nicht, so dass wir nach der Sonnenblume abschleudern und die Fütterung beginnen.

Biene auf Ginster N1/P2
Biene auf Kornblume N3/P3
Biene auf Liguster N3/P2
Biene auf Deutzie N2/P1
Biene auf Katzenminze N3/P1
Biene auf Phacelia / Büschelschön N4/P3
Biene auf Esparsette N4/P3
Biene auf Wiesen-Storchschnabel N3/P2
Biene auf Ackerdistel N3/P2
Biene auf Weißklee N4/P3
Biene auf Rotklee N3/N3
Biene auf Spitzwegerich N0/P3
Biene auf Steppensalbei N3/P1
Biene auf Gartensalbei N3/P1
Biene auf Natternkopf N3/P2
Biene auf Allium Giganteum N3/P2
Biene auf Lavendel N3/P1
Biene auf Borretsch N4/P2
Biene auf Rucolablüte N2/P2
Bienen auf Lauchzwiebel N3/P2
Biene auf Liebstöckel N2/P1
Biene auf Honigklee N4/P3
Biene auf Weißem Steinklee N4/P3
Biene auf Gurkenblüte N3/P2
Biene auf Roter Heckenkirsche N3/P2
Biene auf Essigbaum N3/P3
Biene auf Rhabarberblüte N1/P3
Biene auf Berg-Flockenblume N3/P2
Biene auf Spierstrauch N2/P2
Biene auf Schneebeere / Knallerbsenstrauch N3/P3
Biene auf Korallenbeere N3/P3
Biene auf Storchschnabel N3/P2
Biene auf Felsen - Storchschnabel N3/P2
Biene auf Scharfem Mauerpfeffer N3/P2
Biene auf Wegewart N3/P3
Biene auf Callistemon Zylinderputzer
Biene auf Edelkastanie N4/P4 H
Biene auf Zierlauch - Allium N3/P2
Biene auf Fenchel N4/N2
Biene auf Lindenblüte N4/P2 H
Biene auf Kugeldistel N3/P2
Biene auf Rizinus N1/P2
Biene auf Zucchini Blüte N2/P2
Biene auf Brombeere - Kreta N3/P3
Biene auf Thai Basilikum N3/P3
Biene auf Basilikum N3/P3
Biene auf Klette N3/P2
Biene auf Echtem Jasmin - Sizilien
Biene auf Wiesen-Flockenblume N3/P2
Biene auf Rosmarin N3/P1
Biene auf Griechischem Trompetenbaum - Catalpa N3/P3
Biene auf Ysop - Eisenkraut N4/P1
Biene auf Berg-Bohnenkraut N3/P1
Biene auf Lichtnelke - Pollenaufnahme N2/P2
Biene auf Lichtnelke - Nektaraufnahme N2/P2
Biene auf Wiesen - Witwenblume N2/P2
Biene auf Skabiosen Flockenblume N3/P2
Biene auf Kaukasischer Flockenblume N3/P2
Biene auf Buchweizen N3/P2
Biene auf Götterbaum N3/P2
Biene auf Hasenklee N2/P2
Biene auf Fransenmohn N0/P3
Biene auf Sonnenblume N2/P4
Biene auf Kratzdistel N3/P2
Biene auf Kugeldistel - Kreta N3/P2
Biene auf Wildem Thymian - Kreta N3/P2
Biene auf Malve - Siegmarswurz N3/P3
Biene auf Blutweiderich N3/P2
Biene auf Lindenblatt - Honigtau H N4
Biene auf Bienenbaum - Euodia N4/P3
Biene auf Kamille N1/P3
Biene auf Weidenroeschen N3/P2
Biene auf Japanischem Schnurbaum N4/P2
Biene auf Waldrebe N2/P2
Biene auf Preiselbeere N2/P3
Biene auf Wasserdost N3/P2
Biene auf Heide - Calluna N3/P3
 

Trachtpflanzen im Spätsommer / Herbst

Auch im Herbst blühen noch wichtige Pflanzen. Einige sind nochmals ein wichtiger Pollenspender für die kälteren Monate, wo noch Brut zu versorgen ist, wie z.B. die Herbstastern. Andere sind gute Pollen- und Nektarlieferanten, wie etwa die Goldrute oder auch die Schneebeere (Knallerbsenstrauch). Dieser Nektar steht uns als Honig allerdings nicht mehr zur Verfügung, da dieser Nektar parallel zur Fütterung oder danach eingetragen wird. Die Bienen nutzen diesen als Winterfutter.

Die letzte nennenswerte Bienenweide in unserer Region ist die Efeu-Blüte. Der Efeu ist so lukrativ, dass er massiv besucht wird. Nicht nur von Bienen, sondern auch von einer Menge anderer Insekten. Dem entsprechend laut kann es dann dort zugehen. Einmal wurden wir schon gerufen, weil ein Gartenfreund dachte, es hätte sich ein Schwarm darin niedergelassen. Nach dem Efeu ist Schluss. Die Nächte werden zunehmend kälter und die Bienen ziehen sich in ihre Wintertraube zusammen.

Biene auf Ölrettich N3/P2
Biene auf Cosmea / Schmuckkörbchen N2/P2
Biene auf Ringelblume N1/P2
Biene auf Veronika / Ehrenpreis N3/P2
Biene auf Goldrute N3/P2
Biene auf Anemone N1/P3
Biene auf Hibiscus - Roseneibisch N2/P2
Biene auf Fallschirm-Sonnenhut Rudbeckia nitida N3/P3
Biene auf Helenium Waltraut N3/P3
Biene auf Echinacea N3/P2
Biene auf Sonnenbraut Helenium N3/P4
Biene auf Sonnenhut Rudbeckia N3/P3
Biene auf Bartblume N4/P4
Biene auf Topinambur N2/P2
Biene auf Minze N3/P1
Biene auf Aster N3/P3
Biene auf Senfblüte N3/P3
Biene auf Fetthenne N3/P2
Biene auf Japanischem Staudenknöterich N3/P2
Biene auf Efeu N3/P3